45. Rennsteiglauf 2017 – Supermarathon 73,5 km


Nachdem ich nun ca. 5 Jahre laufe und einige halbe oder ganze Marathons gefinisht habe hieß die Herausforderung für 2017 Supermarathon beim Rennsteiglauf. Eine Strecke, die andere gerne mit dem Auto bewältigen, wollte ich im Laufschritt bezwingen.

Den Trainingsplan dazu holte ich mir im Buch “Laufen von Schattauer. Dr. Dr. Lutz Aderhold und Dr. Stefan Weigelt geben darin ihr Wissen für Einsteiger und Ultraläufer weiter. Dem Trainingsplan bin ich, mit einigen persönlichen Änderungen, gefolgt.

Bis zum 23.04.17 beim Haspa Marathon Hamburg lief alles super – neue persönliche Bestzeit für 42,195 km mit 03:39:21. Das war auch der Punkt, an dem ich entschied den Supermarathon an zu gehen. Zwischenzeitlich kam vom Org-Büro die Info – Strecke noch mal vermessen – es sind 73,5 km, nicht wie bisher 72,7 km. Was soll’s – auf die paar Meter kommt‘s auch nicht mehr an. Gut vorbereitet war ich – auch durch die Trainingsläufe mit der besten Laufpartnerin der Welt – meiner Frau Claudia. Also Ummeldung auf den Supermarathon.

Noch einen Monat Vorbereitung und am 20.05.17 an den Start in Eisenach.

Wie vom Rennstiglauf nicht anders zu erwarten war alles gut organisiert. Von der Anmeldung über den Vorabend bei der Kloßparty bis zum Start um 06:00. Leider ohne Rennsteiglied oder Schneewalzer. Das war schon befremdlich, wenn man es von den anderen Läufen gewohnt ist. Kurz vor dem Start gab es noch eine unerwartete Überraschung. Ein Arbeitskollege hatte die gleiche Idee – tippte mich auf die Schulter und fragte: Was machst du denn hier? Also pünktlicher Start und los ging der Lauf zusammen mit einem bekannten Gesicht und small talk an der Seite.

Die ersten 25 km, von denen wir etwas mehr als 15 zusammen liefen, haben es in sich. Grob 700 Höhenmeter sind bis zum Inselsberg zu bewältigen. Wer da im gewohnten Marathontempo los läuft, gehört wahrscheinlich der Katz (wie man bei uns sagt). Also mit einer Pace von ca. 7 die Höhenmeter hinter sich lassen war der Plan. Vorbei am Burschenschaftsdenkmal in Eisenach den Berg hoch. Nach 02:45 war der im Nebel liegende Inselsberg bezwungen und auf der anderen Seite ging es eine steile alte Teerstraße wieder runter. Was für eine Verschwendung. Da hat man sich hochgekämpft und muss wieder runter.

    

Weiter über die nächsten 7 Verpflegungsunkten zum Zwischenziel Grenzadler. An dieser Stelle gleich mal ein großes Lob an die vielen Helfer der Verpflegungspunkte und die Kameraden der DRK Bergwacht Thüringen – Ihr habt einen super Job gemacht. Bis zum Supermarathon hatte ich nie den berühmt berüchtigten „Schleim“ probiert, aber ich bin ein Fan geworden. Die guten Köln Haferflocken mit viel Liebe zubereitet und immer wechselnden Geschmacksvarianten – es gibt nichts Besseres auf der Welt. Besonders lecker war der Schleim mit Blaubeeren. Also zurück zum Zwischenziel Grenzadler – hier kann man bei 54 km mit Wertung aussteigen. Bis dahin wollte ich es auf alle Fälle schaffen und – da war ich. Wer noch da war, war meine Laufpartnerin und was wollte ich machen – so einen kleinen Halbmarathon, den schaffe ich dann schon noch. Also wieder „Schleim“ gefuttert – trinken und ab auf die Strecke. Den kleinen Anstieg vom Grenzadler zum Rondell kennt man ja und dann sind es nur noch die paar Meter zur Schmücke. Dazwischen liegt nur noch der große Beerberg mit 983 Metern … Auch den hatte ich hinter mir gelassen, als ein Viertel Leberwurstbrot mit Schnittlauch an der Schmücke in meinem Magen landete. Und wieder weiter – es sind ja nur noch 9 km bergab. Also auf ins Ziel. Mit Unterstützung von Claudia und ein paar Freunden, die extra für einige La Ola Wellen mit dem Fahrrad vor Ort waren lief ich dem schönsten Ziel der Welt entgegen. Die Stadionrunde bleibt den Supermarathonis- glücklicherweise erspart. Also geradeaus im Laufschritt und mit einem Schlussspurt ins Ziel. Nach 08:24:09 waren die 73,5km geschafft. Gesund und ohne Zwischenfälle angekommen – Ziel erreicht.

Auch wenn viele sagen – „Du bist ja verrückt“ – kann ich jedem, der sich dazu in der Lage fühlt empfehlen – macht es – die Erfahrung ist es wert und das Gefühl im Ziel ist einfach nur unbeschreiblich.

Was jetzt bleibt ist die Frage: Was kommt als nächstes?

Wenn es euch interessiert  oder ihr Neugierig auf mehr geworden seid, kann ich den Beitrag von Joe Kelbel bei Marathon 4You.de empfehlen. Da gibt es mehr Details zur Strecke und auch einiges aus der Geschichte zu lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.